Der Herzog und seine geliebte Feindin by Courtney Milan

Der Herzog und seine geliebte Feindin by Courtney Milan

Author:Courtney Milan [Milan, Courtney]
Language: deu
Format: epub
Tags: Historical
ISBN: 1490403884
Amazon: B00D4ANTLK
Publisher: Courtney Milan
Published: 2013-06-14T22:00:00+00:00


Kapitel Sechzehn

ROBERT HÄTTE WISSEN MÜSSEN, was die Gerüchte bewirken würden, aber der Besuch am nächsten Morgen überraschte ihn doch. Er wollte gerade ausgehen – war sogar bereits vor die Tür getreten – als eine Kutsche vor dem Haus anhielt. Ein Diener sprang vom Trittbrett auf der Rückseite und stellte einen Hocker auf den Gehsteig.

Der Kutschenschlag öffnete sich, und Roberts Mutter stieg aus. Ihr Blick landete auf Robert. Sie runzelte nicht die Stirn. Sie kniff nicht die Augen zusammen. Eigentlich zeigte die Herzogin überhaupt keine Gefühlsregung. Stattdessen trat sie einfach auf den Gehsteig und schwebte die Treppe empor.

„Clermont“, sagte sie zur Begrüßung.

Er neigte den Kopf einen halben Zoll. „Herzogin.“

Sie ging an ihm vorbei ins Haus, als hielte er für sie die Tür auf. Ohne um Erlaubnis zu fragen, wandte sie sich an ein vorbeikommendes Dienstmädchen und bestellte Tee. Er folgte ihr verwundert. Zwei Minuten später hatte sie sich in seinem Empfangssalon niedergelassen und ihre Zofe mit einem Winken aus dem Raum geschickt. Dann drehte sie sich zu ihm um.

„Soweit ich es verstanden habe“, erklärte sie, „hast du es dir offenbar zur Gewohnheit werden lassen, wohlerzogene junge Damen aus der Mittelschicht zu ruinieren.“

Sie sagte das Wort Mittelschicht als röche es nach faulen Eiern.

„Du spielst auf den Vorfall gestern Abend an?“, sagte er im gleichen Ton wie sie. „Ich ruiniere gewöhnlich zwei vor dem Nachmittagstee. Ich habe festgestellt, die Vorfreude lässt die Stunden am Vormittag dann viel angenehmer verfliegen.“

Sie rümpfte die Nase. „Das gehört zu der Sorte Witz, die dein Vater gemacht hätte.“

Roberts Hände ballten sich zu Fäusten. „Nein“, widersprach er. „Das gehört zu den Sachen, die mein Vater getan hätte. Er hätte darüber keine Witze gemacht, nicht solange Damen anwesend sind.“

Sie machte eine zustimmende Handbewegung. „Es ist nicht das erste Mal, dass ich deinen Namen in einem Atemzug mit dem von Miss Pursling genannt gehört habe. Sag mir, dass du nichts Unpassendes in Betracht ziehst.“

„Ich kann nicht erkennen, warum dich das kümmern sollte. Das hat es nie getan.“

Die Herzogin von Clermont zuckte nur die Achseln. „Dein Verhalten, wie auch immer geartet, färbt immer auf mich ab.“

Natürlich. Sie war nicht an ihm interessiert; das war sie nie gewesen. Es ging ihr um ihren eigenen Ruf, sie sorgte sich wegen der Schwierigkeiten, die er ihr bereiten konnte. Er hatte sein ganzes Leben darauf gewartet, dass sie ihn bemerkte.

Anfangs in der Schule hatte er fleißig gelernt und war von seinen Lehrern gelobt worden. Voller Freude hatte er ihr geschrieben, gehofft, dass sie seinen Brief las und dass er genug getan habe, dass sie stolz auf ihn war.

Aber auf seinen ersten Brief hatte er keine Antwort erhalten. Sie erwartete wohl mehr. Wenn er nicht nur gut war, sondern besser … Sicherlich wäre seine Mutter dann stolz auf ihn. Daher hatte er sich noch mehr Mühe gegeben, sich noch mehr angestrengt und auch mehr erreicht. Er hatte ihr vier Monate später nochmals geschrieben, ihr schüchtern das Erreichte mitgeteilt.

Die Post hatte weiter keine Antwort gebracht.

Unbeeindruckt hatte er sich noch mehr bemüht. Am Ende des ersten Jahres auf der



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